Das Bundesministerium für Bildung und Forschung unterstützt DNDi mit 8 Millionen Euro zur Entwicklung von neuen Behandlungen für vernachlässigte Tropenkrankheiten

[Genf, Schweiz – 23. Januar 2012]
Das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) hat der Drugs for Neglected Diseases initiative 8 Millionen Euro bewilligt, um innovative Behandlungen für vernachlässigte Tropenkrankheiten zu entwickeln. Die Finanzierung wird über die Jahre 2011 bis 2015 ausgeschüttet und ist Teil eines mit 20 Millionenen Euro finanzierten Programms, mit dem das BMBF nun drei Produktentwicklungspartnerschaften (PDPs) fördert*.
[English]

Diese Förderung erlaubt es DNDi, die Entwicklung angepasster und auf Patienten in Entwicklungsländern zugeschnittener Medikamente gegen vernachlässigte Tropenkrankheiten (neglected tropical diseases – NTDs) fortzusetzen. Die Forschungsaktivitäten von DNDi reichen dabei von der Molekülsuche bis zur klinischen Forschung für Schlafkrankheit, viszerale Leishmaniose, der Chagas-Krankheit und Helmintheninfektionen.

Schätzungsweise eine Milliarde Menschen – die meisten davon in Entwicklungsländern – sind von einer der 17 vernachlässigten Tropenkrankheiten betroffen, die in fast 150 Ländern und Regionen vorkommen. Trotz der großen medizinischen Fortschritte in den letzten 50 Jahren haben vernachlässigte Tropenkrankheiten bis vor kurzem weder genügend Aufmerksamkeit erfahren, noch ausreichend Investitionen in Forschung und Entwicklung und innerhalb der internationalen Zusammenarbeit erhalten.

„Wir begrüßen dieses langfristige Engagement für Forschung und Entwicklung im Bereich der vernachlässigten Tropenkrankheiten. Diese Unterstützung wird einen signifikanten Unterschied in der Entwicklung neuer Gesundheitstechnologien machen, die für Kontrollprogramme und zur Eliminierung der Krankheiten benötigt werden. Hoffentlich wird dies auch zu einem verstärkten Engagement anderer Regierungen im Kampf gegen vernachlässigte Tropenkrankheiten führen, sagte Dr. Bernard Pécoul Geschäftsführer von DNDi.

Seit seiner Gründung, hat DNDi bereits sechs neue Behandlungen eingeführt: zwei für Malaria, eine für die Schlafkrankheit, eine für viszerale Leischmaniose (VL) in Ost-Afrika und eine für VL in Asien und nun kürzlich ein pädiatrische Formulierung eines Medikaments zur Behandlung von Kindern mit der Chagas-Krankheit. Einige vielversprechende Kandidaten für orale und kürzere Behandlungen befinden sich bereits in der Pipeline des Forschungsportfolios von DNDi. Sie könnten zu einer echten Verbesserung der Behandlung vieler Patienten führen.

„Wir sind fest davon überzeugt, dass die Aktivitäten von DNDi, also die Entwicklung und Einführung  kostengünstiger und einfach anzuwendender Behandlungen, dazu beitragen wird, dass NTDs besser  kontrolliert und sogar eliminiert werden können. Und dies gilt insbesondere für Krankheiten, für die bisher keine geeignete Prävention, Diagnose oder Behandlungt existiert“, erklärte Dr. Helge Braun, Parlamentarischer Staatssekretär im BMBF. „Mit diesem Förderprogramm möchte das BMBF nachhaltig zum Erreichen bestimmter Millenium Development Ziele beitragen, und die Förderung von DNDi wird Teil dieser Anstrengungen sein“, fügte er hinzu.

# # #

Über DNDi

Die Drugs for Neglected Diseases initiative (DNDi) ist eine not-for-profit-Organisation im Bereich Forschung und Entwicklung. Ihr Ziel ist es, neue Therapien für vernachlässigte Krankheiten bereitzustellen – insbesondere für die Schlafkrankheit, die Chagas-Krankheit, Leishmaniose (Kala Azar), bestimmte Helmintheninfektionen (Wurmerkrankungen),  HIV bei Kindern und Malaria. DNDi wurde im Jahr 2003 von Ärzte ohne Grenzen/Médecins sans Frontières, der Oswaldo Cruz Stiftung (FIOCRUZ, Brasilien), dem Indischen Council for Medical Research (ICMR), dem Kenya Medical Research Institute (KEMRI), dem Gesundheitsministerium von Malaysia und dem Institute Pasteur in Frankreich gegründet. Das Special Programme for Tropical Disease (TDR) fungiert als ständiger Beobachter. www.dndi.org

Media contacts

Violaine Dällenbach, Press & Communications Manager, DNDi
Office: +41 22 906 92 47 / mobile: +41 79 424 14 74 / email: vdallenbach@dndi.org

Nina Holzhauer, Advisor Institutional and Donor Relations, DNDi
Office :+49 (0)30 66 40 1169/ mobil : +49 (0)175 15 77 191 / email : nholzhauer@dndi.org