COVID-19-Pandemie: Erklärung des DNDi-Geschäftsführers Dr. Bernard Pécoul

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Liebe Freunde und Kollegen,

Ich hoffe, dass es Ihnen in diesen noch nie dagewesenen und schwierigen Zeiten gut geht.

Angesichts der COVID-19-Pandemie verpflichtet sich DNDi, alles Mögliche zu tun, um die Gesundheit, die Sicherheit und das Wohlergehen der Patienten in unseren klinischen Studien, unserer Partner und unseres Teams zu gewährleisten. Das ist unsere oberste Priorität. Wir arbeiten daran, die Kontinuität unserer Forschungs- und Entwicklungsaktivitäten (F&E) sicherzustellen, die Gesundheitsversorgung der vernachlässigten Bevölkerungsgruppen, für die wir uns einsetzen, zu gewährleisten und dafür zu sorgen, dass wir unsere Verpflichtungen gegenüber diesen Bevölkerungsgruppen einhalten. Außerdem prüfen wir, wie wir am besten zur Reaktion auf COVID-19 beitragen können.

Viele unserer medizinischen Partner stehen bereits oder werden bei der Reaktion auf COVID-19 bald an vorderster Front stehen. In diesen schwierigen Zeiten möchte ich unsere Solidarität mit unseren Kolleginnen und Kollegen zum Ausdruck bringen. In einem bisher selten gesehenen globalen Ausmaß setzen sich Gesundheitsfachkräfte weltweit einem erheblichen Risiko aus, um die Erkrankten zu behandeln und diese Pandemie einzudämmen. Wir sind ihnen zutiefst dankbar.

Wie können wir sie unterstützen? In den vergangenen 15 Jahren hat DNDi bei der Durchführung von kollaborativer F&E im öffentlichen Interesse – vom Labor bis zur direkten Patientenversorgung – spezielle Erfahrungen gesammelt und acht bezahlbare, nicht patentierte Behandlungen für fünf lebensbedrohliche vernachlässigte Krankheiten bereitgestellt. Wir sehen es als unsere Verantwortung an, Partnerorganisationen unsere technische Expertise anzubieten, Wirkstoff-Bibliotheken, zu denen wir Zugang haben, für die Coronavirus-Forschung zu öffnen und Wissen und Ressourcen zur Verfügung zu stellen, wo immer wir können: sei es bei der Planung klinischer Studien, bei innovativen Zulassungsstrategien oder bei Modellen für geistiges Eigentum und Lizenzierungen, die die Bezahlbarkeit und den gleichberechtigten Zugang zu allen neuen Behandlungen, Diagnostika oder Impfstoffen, die entwickelt werden, sicherstellen. Wir sind auch bereit, unsere Kapazitäten einzubringen, einschließlich der klinischen Studienzentren mit global anerkannten Standards, die wahrscheinlich für die nächste Forschungsphase genutzt werden. Auch wollen wir unsere wissenschaftlichen Partnerschaften in Ländern mit niedrigem und mittlerem Einkommen nutzen, die eine zentrale Rolle bei allen Bemühungen spielen werden und sicher stellen müssen, dass die entwickelten Lösungen sofort verfügbar und in einem Umfeld mit begrenzten Ressourcen anwendbar sind.

Diese Krise hat zu einer massiven Reaktion der medizinischen und wissenschaftlichen Gemeinschaft, einschließlich des öffentlichen, privaten und akademischen Sektors geführt: in einem beispiellosen Tempo versucht man, neue Therapeutika und Impfstoffe zu entwickeln. Dabei werden täglich neue Studien und Ergebnisse bekannt gegeben. Es ist ermutigend, dass sich so viele unserer F&E-Partner diesem Kampf anschließen.

Nun muss die gesamte Weltgemeinschaft dafür sorgen, dass die Früchte des wissenschaftlichen Fortschritts nicht auf bestimmte Regionen oder Vermögensverhältnisse beschränkt sind. Das bedeutet, dass ein klares öffentliches Bekenntnis zu offenen, kollaborativen Ansätze erforderlich ist, die Forschung und Entwicklung beschleunigen und den Austausch von Forschungswissen und -daten erleichtern. Am wichtigsten ist es, dass man sich im Vorfeld auf einen bestimmten Plan einigt, um die Bezahlbarkeit und den gleichberechtigten Zugang für alle sicherzustellen.

Wir verpflichten uns, unsere Erfahrung im Bereich der Forschung und Entwicklung im öffentlichen Interesse einzubringen und mit allen zusammenzuarbeiten, die mit dieser Pandemie konfrontiert sind, um sicherzustellen, dass alle Patienten – auch die ärmsten, schwächsten und vernachlässigten – von den Früchten der medizinischen Innovation profitieren können.

In Übereinstimmung mit nationalen und internationalen Vorgaben sind seit heute fast alle DNDi-Büros auf der ganzen Welt geschlossen, um die Übertragung des Coronavirus zu reduzieren und zur „Abflachung der Epidemiekurve“ beizutragen, und abgesehen von einigen unentbehrlichen Mitarbeitern, die unsere klinischen Studien durchführen, arbeiten unsere Teams von zu Hause aus.

Bitte bleiben Sie gesund!

Alles Gute!

Dr Bernard Pécoul
Geschäftsführer
DNDi