Die Schweizer Direktion für Entwicklung und Zusammenarbeit bekräftigt ihr Engagement im Kampf gegen vernachlässigte Krankheiten

[Genf, Schweiz – 30 Juli 2013]
Die Direktion für Entwicklung und Zusammenarbeit (DEZA) hat soeben erklärt, dass sie die Initiative Medikamente gegen vernachlässigte Krankheiten
Drugs for Neglected Diseases initiative (DNDi) mit CHF 8 Millionen über einen Zeitraum von vier Jahren (2013‐2016) weiter unterstützen wird. DNDi erforscht und entwickelt neue Behandlungsmethoden und trägt somit zur globalen Strategie der Weltgesundheitsorganisation (WHO) bei, bis zum Jahr 2020 bestimmte vernachlässigte Tropenkrankheiten auszurotten.
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Nachdem die DEZA im Jahr 2010 die in Genf ansässige not for profit Organisation DNDi erstmalig mit CHF 4 Millionen unterstützt hatte, bekräftigt sie nun ihr Engagement im Kampf gegen vernachlässigte Tropenkrankheiten, indem sie Projekte im Bereich Forschung und Entwicklung (F&E) für neue Therapien fördert. Diese Krankheiten treffen vor allem die ärmsten Bevölkerungsgruppen in den Entwicklungsländern.

„Nach vier Jahren fruchtbarer Zusammenarbeit mit der DEZA ermöglicht uns diese Förderung der Schweizer Entwicklungszusammenarbeit, dass wir weiterhin neue Therapien gegen die vernachlässigten Krankheiten entwickeln. So tragen wir dazu bei, einiger dieser in den Entwicklungsländern stark verbreiteten armutsbedingten Krankheiten zu bekämpfen“, betont der Geschäftsführer von DNDi, Dr. Bernard Pécoul.

DNDi wurde im Jahr 2003 mit der Unterstützung mehrerer öffentlicher Forschungsinstitute aus Ländern des Südens sowie von Ärzte ohne Grenzen, dem Pasteur Institut in Frankreich und dem Tropical Diseases-Programm der WHO gegründet. DNDi hat bereits sechs neue Therapien entwickelt und auf dem Markt eingeführt: darunter zum Beispiel Therapien gegen Malaria, die Schlafkrankheit, viszerale Leishmaniose und die Chagas-Krankheit. Darüber hinaus umfasst das Forschungs-Portfolio von DNDi mehrere vielversprechende Moleküle, die es möglich machen könnten, orale Medikamente bereitzustellen. Orale Darreichungsformen sind den Ländern, in denen diese Krankheiten endemisch auftreten, besser angepasst und Patienten können sie leichter einnehmen. Im Jahr 2011 hat DNDi die Forschungsaktivitäten auf bislang unerforschte und dringend benötigte Therapien ausgeweitet, – zum Beispiel gegen HIV/Aids bei Kindern und gegen Erkrankungen durch Filarien (Fadenwürmer), wie die Flussblindheit, die Elefantiasis und den afrikanischen Augenwurm.

Tatsächlich sind mehr als eine Milliarde Menschen weltweit in den armen und entlegenen Regionen Afrikas, Asiens und Südamerikas von diesen vernachlässigten Tropenkrankheiten betroffenen. 500 Millionen von ihnen sind Kinder. Manche dieser Krankheiten sind tödlich, wenn sie nicht behandelt werden – darunter die Schlafkrankheit und die viszerale Leishmaniose. DNDi plant bis zum Jahr 2018 fünf neue Therapieformen zu entwickeln: Für das Erreichen dieses Ziels ist die finanzielle Unterstützung der DEZA wesentlich. Mehrere dieser neuen Therapien werden dazu beitragen, die Strategie der WHO umzusetzen, bis zum Jahr 2020 einige vernachlässigte Krankheiten auszurotten[1].

„Das Engagement der Schweiz für DNDi ist Teil der globalen Strategie der Schweizer Entwicklungszusammenarbeit, die Millennium-Entwicklungsziele zu unterstützen. Die Bereitschaft der DEZA, innovative Forschungsprojekte zu unterstützen, die aus der Zusammenarbeit von privaten und öffentlichen Akteuren aus Nord und Süd entstehen, ist ein gutes Zeichen: Sie bringt grosse Hoffnung für die Millionen Menschen weltweit, die unter diesen Krankheiten leiden“, betont Prof. Marcel Tanner, Präsident des Aufsichtsrats der DNDi und Geschäftsführer des Schweizerischen Tropen- und Public Health-Instituts (Swiss TPH).

DEZA-Leiter Martin Dahinden betont seinerseits: „Eines der vorrangigen Ziele der DEZA – die Überwindung der Armut – können wir nur dann erreichen, wenn wir die öffentlichen Gesundheitssysteme stärken und den Zugang zu lebensnotwendigen Medikamenten verbessern. Hierfür bauen wir auf die Zusammenarbeit mit Nichtregierungsorganisationen, darunter DNDi, um das Leben von Millionen Patienten zu verbessern, die derzeit auf wirksame und angepasste Therapien warten. Die von DNDi erforschten Krankheiten betreffen vor allem Mütter, Kinder und Säuglinge: so zum Beispiel Malaria, Leishmaniose und HIV bei Kindern. Die DEZA setzt sich dafür ein, die Gesundheit dieser Bevölkerungsgruppen zu verbessern.“

[1] „Accelerating work to overcome the global impact of neglected tropical diseases – A roadmap for implementation“. Genf, Weltgesundheitsorganisation, 2012 (Dokument WHO/HTM/NTD/2012.1)

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Kontakt
Violaine Dällenbach, Managerin Presse & Kommunikation, DNDi
E-Mail: vdallenbach@dndi.org – Tel. : +41 22 906 92 47 – Mobil: +41 79 424 14 74

Über die Drugs for Neglected Diseases initiative (DNDi)
Die Drugs for Neglected Diseases initiative (DNDi) ist eine not-for-profit-Organisation im Bereich Forschung und Entwicklung. Ihr Ziel ist es, neue Therapien für vernachlässigte Krankheiten bereitzustellen – insbesondere für die Schlafkrankheit, die Chagas-Krankheit, Leishmaniose (Kala Azar), bestimmte Wurmerkrankungen, HIV/Aids bei Kindern sowie Malaria. Seit der Gründung im Jahr 2003 hat DNDi sechs neue Behandlungen bereitgestellt: Zwei Medikamente gegen Malaria (fixed-dose-combinations: ASAQ und ASMQ); die Kombinationstherapie aus Nifurtimox und Eflornithin (NECT) zur Behandlung des Stadiums 2 der Schlafkrankheit; die Kombination aus Natriumstikogluconat (SSG) und Paromomycin (PM) gegen die viszerale Leishmaniose in Afrika und mehrere Kombinationstherapien für viszerale Leishmaniose in Asien. Die neue Dosierungsform von Benznidazol für Kinder mit der Chagas-Krankheit ist die sechste Therapie.

DNDi wurde im Jahr 2003 von Ärzte ohne Grenzen, der Oswaldo Cruz Stiftung (FIOCRUZ, Brasilien), dem Indischen Council for Medical Research (ICMR), dem Kenya Medical Research Institute (KEMRI), dem Gesundheitsministerium von Malaysia und dem Institut Pasteur in Frankreich gegründet. Das WHO Special Programme for Tropical Disease (TDR) fungiert als ständiger Beobachter.

DNDi hat drei klinische Forschungsplattformen mitgegründet: LEAP (Leishmaniasis East Africa Platform) in Kenia, Äthiopien, Sudan und Uganda; die in der Demokratischen Republik Kongo basierte HAT-Plattform zu Human African Trypanosomiasis (Schlafkrankheit) und die Chagas Clinical Research Platform in Südamerika.

www.dndi.org

Über ‘Connect to Fight Neglect’
Anlässlich ihres zehnjährigen Bestehens hat die DNDi eine neue Website veröffentlicht: Diese gibt vernachlässigten Patienten eine Stimme ebenso wie denjenigen, die sich für sie einsetzen, indem sie wirksame und angepasste Medikamente entwickeln und verfügbar machen. ‘Connect to Fight Neglect’ ist ein Multimedia-Portal. Videos, Fotos, Audio-Aufnahmen, Berichte und persönliche Standpunkte können hier geteilt werden: über die am meisten vernachlässigten Krankheiten, die Patienten, die Forschung und die weltweiten Initiativen zur Bekämpfung dieser Krankheiten.

www.connect2fightneglect.org